
Handweberei · Appenzell
Zwei Fäden,
ein rechter Winkel.
Aus Kette und Schuss entsteht seit Jahrtausenden dasselbe Prinzip und trotzdem nie dasselbe Tuch. Wir weben Decken, Tücher und Möbelstoffe von Hand — in Bindungen, die eine Maschine nicht wirtschaftlich hinbekommt.
Produkte
Fünf Dinge, die unsere Werkstatt verlassen.
Alles entsteht an vier Handwebstühlen, drei davon älter als hundert Jahre. Was daran unwirtschaftlich ist, ist genau das, was man am Ergebnis sieht.
Wolldecken
Aus Schweizer Schurwolle, in Köper oder Fischgrat gewebt, mit von Hand geknüpften Fransen. Wärmen ein Leben lang und werden dabei schöner.
Tücher & Schals
Feine Qualitäten aus Wolle, Leinen und Seide. Jeder Schal ist ein Einzelstück, weil wir Farbverläufe von Hand einziehen.
Möbelstoffe
Robuste Gewebe für Polsterei und Innenausbau, nach Muster oder Entwurf. In Zusammenarbeit mit Polsterwerkstätten und Architekturbüros.
Tischwäsche
Leinentischtücher und Servietten in Halbleinen — die Sorte, die Grossmütter noch hatten und die nach vierzig Jahren besser aussieht als neu.
Auftragsweberei
Nach Ihrem Entwurf oder nach historischem Vorbild: Restaurierungen, Museumsrepliken und Kleinserien für Marken.
Ein Meter handgewebtes Tuch braucht je nach Bindung zwei bis fünf Stunden am Webstuhl — dazu kommt das Einrichten der Kette, das allein einen ganzen Tag dauern kann.

Handwerk
Der längste Teil ist der, bevor es losgeht.
„Einen Webstuhl einzurichten dauert einen Tag. Danach webt man, bis die Kette zu Ende ist — deshalb wird gut geplant.“
Für eine Kette werden mehrere hundert Fäden einzeln durch Litzen und Blatt gezogen, in exakter Reihenfolge und ohne Kreuzung. Ein Fehler bedeutet, dass er sich über die ganze Länge des Gewebes wiederholt. Diese Vorbereitung ist der Grund, warum wir in Serien von zehn bis dreissig Metern arbeiten — und warum jede Serie eine eigene Geschichte hat.
Kettfäden
Werden für jede Serie einzeln eingezogen. Ein Tag Arbeit, bevor der erste Schuss fällt.
Ältester Webstuhl
Ein mechanischer Handwebstuhl, seit über hundert Jahren im Betrieb. Ersatzteile fertigen wir selbst.
Stunden pro Meter
Je nach Bindung und Feinheit. Bei Doppelgewebe auch deutlich mehr.
Weberinnen
Zwei ausgebildete Handweberinnen und eine Lernende — ein Beruf, den kaum jemand mehr lehrt.
Material
Vier Fasern und was sie können.
Wir arbeiten mit Naturfasern, weil sie sich weben lassen wie nichts anderes — und weil sie am Ende kompostierbar sind statt Mikroplastik zu hinterlassen.
Garnlager
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Wolle
Von Appenzeller Schafen
Für Decken und Schals. Wärmt auch feucht, reguliert Feuchtigkeit und riecht nach nichts, wenn man sie lüftet.
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Leinen
Aus Europa
Kühl, fest, mit dem typischen Fall. Für Tischwäsche und Sommertücher — und wird mit jeder Wäsche weicher.
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Seide
Für Feines
Im Schuss mit Wolle kombiniert für Schals mit Glanz und Fall. Teuer, aber in kleinen Mengen wirkungsvoll.
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Hanf & Nessel
Für Robustes
Alte Fasern, die zurückkommen. Sehr strapazierfähig, ideal für Möbelstoffe und Taschen.
Auftragsweberei
Wie ein Auftrag entsteht.
Gespräch & Muster
Sie bringen eine Idee, ein Foto oder ein historisches Stück. Wir sagen, ob und wie es webbar ist.
Probeweben
Ein bis zwei Musterstücke von je einem halben Meter, gegen Kostenbeteiligung. Danach entscheiden Sie.
Kette einrichten
Ein Tag Vorbereitung. Ab hier ist die Serienlänge festgelegt und kann nicht mehr geändert werden.
Weben & Ausrüsten
Weben, waschen, walken, trocknen, zuschneiden, säumen. Lieferzeit je nach Menge vier bis zwölf Wochen.
Fragen
Rund um Gewebtes.
Weil vierzehn bis zwanzig Stunden Handarbeit darin stecken, dazu Schweizer Wolle, Waschen und Walken. Eine industrielle Decke kostet vierzig Franken und hält fünf Jahre. Unsere hält Jahrzehnte — die Rechnung geht am Ende auf, aber sie ist am ersten Tag unbequem.
Reine Schafwolle ist etwas rustikaler als Merino, ja. Für Decken ist das kein Problem und sogar erwünscht. Für Schals direkt auf der Haut mischen wir Merino oder Seide dazu.
Lüften statt waschen. Wenn es doch sein muss: Handwäsche kalt mit Wollwaschmittel, liegend trocknen, nie in den Tumbler. Eine gut gepflegte Wolldecke überlebt uns alle.
Häufig ja. Bringen Sie ein Stück vorbei — wir analysieren Bindung, Garnstärke und Dichte und weben eine Probe. Für Restaurierungen und Museen machen wir das regelmässig.
Wir bieten viermal jährlich Wochenendkurse an, jeweils für vier Personen. Danach können Sie ein Tuch weben — und wissen, warum handgewebte Stoffe kosten, was sie kosten.
Kontakt
Kommen Sie in die Werkstatt.
Am besten, wenn gewebt wird. Der Rhythmus des Webstuhls erklärt in fünf Minuten mehr über unser Handwerk als jeder Text.
Unsere Werkstatt liegt in einem alten Appenzeller Haus mit Ladenraum im Erdgeschoss. Muster, Garne und laufende Arbeiten dürfen Sie anfassen.
- WerkstattHauptgasse 22, 9050 Appenzell
- Telefon+41 71 000 00 00
- E-Mailwerkstatt@schussundkette.ch
- Dienstag – Freitag09.00 – 12.00 / 13.30 – 17.30
- Samstag09.00 – 16.00
- Kurse4 × jährlich, Wochenende