Traditionelle Weberei-Werkstatt mit grossem Handwebstuhl und farbigem Garn

Handweberei · Appenzell

Zwei Fäden,
ein rechter Winkel.

Aus Kette und Schuss entsteht seit Jahrtausenden dasselbe Prinzip und trotzdem nie dasselbe Tuch. Wir weben Decken, Tücher und Möbelstoffe von Hand — in Bindungen, die eine Maschine nicht wirtschaftlich hinbekommt.

4 WebstühleVon 1912 bis heute
Schweizer WolleVon Appenzeller Schafen
AuftragswebereiAb 10 Metern

Produkte

Fünf Dinge, die unsere Werkstatt verlassen.

Alles entsteht an vier Handwebstühlen, drei davon älter als hundert Jahre. Was daran unwirtschaftlich ist, ist genau das, was man am Ergebnis sieht.

01

Wolldecken

Aus Schweizer Schurwolle, in Köper oder Fischgrat gewebt, mit von Hand geknüpften Fransen. Wärmen ein Leben lang und werden dabei schöner.

ab CHF 380140 × 200 cm
02

Tücher & Schals

Feine Qualitäten aus Wolle, Leinen und Seide. Jeder Schal ist ein Einzelstück, weil wir Farbverläufe von Hand einziehen.

ab CHF 180pro Stück
03

Möbelstoffe

Robuste Gewebe für Polsterei und Innenausbau, nach Muster oder Entwurf. In Zusammenarbeit mit Polsterwerkstätten und Architekturbüros.

ab CHF 190pro Laufmeter
04

Tischwäsche

Leinentischtücher und Servietten in Halbleinen — die Sorte, die Grossmütter noch hatten und die nach vierzig Jahren besser aussieht als neu.

ab CHF 120pro Stück
05

Auftragsweberei

Nach Ihrem Entwurf oder nach historischem Vorbild: Restaurierungen, Museumsrepliken und Kleinserien für Marken.

ab 10 Meternnach Aufwand

Ein Meter handgewebtes Tuch braucht je nach Bindung zwei bis fünf Stunden am Webstuhl — dazu kommt das Einrichten der Kette, das allein einen ganzen Tag dauern kann.

Makroaufnahme einer Gewebestruktur mit Kett- und Schussfäden in Wollfarben

Handwerk

Der längste Teil ist der, bevor es losgeht.

„Einen Webstuhl einzurichten dauert einen Tag. Danach webt man, bis die Kette zu Ende ist — deshalb wird gut geplant.“

Für eine Kette werden mehrere hundert Fäden einzeln durch Litzen und Blatt gezogen, in exakter Reihenfolge und ohne Kreuzung. Ein Fehler bedeutet, dass er sich über die ganze Länge des Gewebes wiederholt. Diese Vorbereitung ist der Grund, warum wir in Serien von zehn bis dreissig Metern arbeiten — und warum jede Serie eine eigene Geschichte hat.

400 – 900

Kettfäden

Werden für jede Serie einzeln eingezogen. Ein Tag Arbeit, bevor der erste Schuss fällt.

1912

Ältester Webstuhl

Ein mechanischer Handwebstuhl, seit über hundert Jahren im Betrieb. Ersatzteile fertigen wir selbst.

2 – 5

Stunden pro Meter

Je nach Bindung und Feinheit. Bei Doppelgewebe auch deutlich mehr.

3

Weberinnen

Zwei ausgebildete Handweberinnen und eine Lernende — ein Beruf, den kaum jemand mehr lehrt.

Material

Vier Fasern und was sie können.

Wir arbeiten mit Naturfasern, weil sie sich weben lassen wie nichts anderes — und weil sie am Ende kompostierbar sind statt Mikroplastik zu hinterlassen.

Regale mit farbigen Garnkonen und gewebten Textilmustern Garnlager
  • Wolle

    Von Appenzeller Schafen

    Für Decken und Schals. Wärmt auch feucht, reguliert Feuchtigkeit und riecht nach nichts, wenn man sie lüftet.

  • Leinen

    Aus Europa

    Kühl, fest, mit dem typischen Fall. Für Tischwäsche und Sommertücher — und wird mit jeder Wäsche weicher.

  • Seide

    Für Feines

    Im Schuss mit Wolle kombiniert für Schals mit Glanz und Fall. Teuer, aber in kleinen Mengen wirkungsvoll.

  • Hanf & Nessel

    Für Robustes

    Alte Fasern, die zurückkommen. Sehr strapazierfähig, ideal für Möbelstoffe und Taschen.

Auftragsweberei

Wie ein Auftrag entsteht.

Gespräch & Muster

Sie bringen eine Idee, ein Foto oder ein historisches Stück. Wir sagen, ob und wie es webbar ist.

Probeweben

Ein bis zwei Musterstücke von je einem halben Meter, gegen Kostenbeteiligung. Danach entscheiden Sie.

Kette einrichten

Ein Tag Vorbereitung. Ab hier ist die Serienlänge festgelegt und kann nicht mehr geändert werden.

Weben & Ausrüsten

Weben, waschen, walken, trocknen, zuschneiden, säumen. Lieferzeit je nach Menge vier bis zwölf Wochen.

Fragen

Rund um Gewebtes.

Weil vierzehn bis zwanzig Stunden Handarbeit darin stecken, dazu Schweizer Wolle, Waschen und Walken. Eine industrielle Decke kostet vierzig Franken und hält fünf Jahre. Unsere hält Jahrzehnte — die Rechnung geht am Ende auf, aber sie ist am ersten Tag unbequem.

Reine Schafwolle ist etwas rustikaler als Merino, ja. Für Decken ist das kein Problem und sogar erwünscht. Für Schals direkt auf der Haut mischen wir Merino oder Seide dazu.

Lüften statt waschen. Wenn es doch sein muss: Handwäsche kalt mit Wollwaschmittel, liegend trocknen, nie in den Tumbler. Eine gut gepflegte Wolldecke überlebt uns alle.

Häufig ja. Bringen Sie ein Stück vorbei — wir analysieren Bindung, Garnstärke und Dichte und weben eine Probe. Für Restaurierungen und Museen machen wir das regelmässig.

Wir bieten viermal jährlich Wochenendkurse an, jeweils für vier Personen. Danach können Sie ein Tuch weben — und wissen, warum handgewebte Stoffe kosten, was sie kosten.

Kontakt

Kommen Sie in die Werkstatt.

Am besten, wenn gewebt wird. Der Rhythmus des Webstuhls erklärt in fünf Minuten mehr über unser Handwerk als jeder Text.

Unsere Werkstatt liegt in einem alten Appenzeller Haus mit Ladenraum im Erdgeschoss. Muster, Garne und laufende Arbeiten dürfen Sie anfassen.

  • WerkstattHauptgasse 22, 9050 Appenzell
  • Telefon+41 71 000 00 00
  • E-Mailwerkstatt@schussundkette.ch
  • Dienstag – Freitag09.00 – 12.00 / 13.30 – 17.30
  • Samstag09.00 – 16.00
  • Kurse4 × jährlich, Wochenende