
Vergolderei & Restaurierung · Luzern
Ein Zehntausendstel
Millimeter dick.
So dünn ist ein Blatt Gold, wenn es geschlagen ist — es zerfällt beim Anhauchen. Wir legen es seit vier Generationen auf Rahmen, Altäre, Skulpturen und Kuppeln. Von Hand, wie es nicht anders geht.
Arbeiten
Fünf Dinge, die wir vergolden.
Vergoldung ist eine der wenigen Techniken, die sich in tausend Jahren kaum verändert hat. Was sich verändert hat, ist die Zahl derer, die sie beherrschen.
Rahmen
Neuvergoldung und Restaurierung von Bilderrahmen — von der schlichten Leiste bis zum Barockrahmen mit Ornamentaufbau in Kreidegrund.
Sakrale Objekte
Altäre, Statuen, Tabernakel und Kirchenmobiliar. In enger Abstimmung mit Denkmalpflege und Kirchgemeinde, mit Befund und Dokumentation.
Möbel & Interieur
Vergoldete Leisten, Spiegel, Konsolen und Deckenelemente. Auch als moderne Akzente in zeitgenössischen Innenräumen.
Aussenvergoldung
Kirchturmkugeln, Zifferblätter, Kuppeln und Schriften. Mit 23,75 Karat, das jahrzehntelang der Witterung standhält.
Schriften & Signets
Vergoldete Schrift auf Glas, Holz oder Metall — für Ladenfassaden, Gedenktafeln und Fahrzeuge.
Für Restaurierungen erstellen wir immer zuerst einen Befund: Welche Fassung ist original, was stammt aus späteren Überarbeitungen. Erst danach entscheidet sich, worauf hin restauriert wird.

Technik
Poliment- oder Ölvergoldung — das ist die ganze Frage.
„Nur Polimentvergoldung lässt sich auf Hochglanz polieren. Alles andere bleibt matt, egal wie gut es gemacht ist.“
Bei der Polimentvergoldung wird das Gold auf eine mit Bolus überzogene Kreidegrundschicht gelegt und mit einem Achatstein zu spiegelndem Glanz poliert — die aufwendigste und schönste Technik. Die Ölvergoldung ist widerstandsfähiger und darum die Wahl für aussen, bleibt dafür seidenmatt. Welche Technik wo hingehört, entscheidet der Befund, nicht der Wunsch.
mm
Dicke eines Blattgolds. Ein Gramm Gold reicht für rund einen halben Quadratmeter Fläche.
Zum Polieren
Poliersteine aus Achat, teilweise über hundert Jahre alt und in der Werkstatt vererbt.
Karat
Reinheit für Aussenvergoldung. Weniger reines Gold läuft im Freien an.
Gegründet
Vom Urgrossvater als Vergolderei und Rahmenwerkstatt. Vierte Generation.
Restaurierung
Wie ein Barockrahmen zurückkommt.
Eine Rahmenrestaurierung dauert Wochen, von denen die eigentliche Vergoldung nur wenige Tage ausmacht. Alles andere ist Vorbereitung.
Befund
Freilegen kleiner Fenster, um die originale Fassung zu finden. Häufig liegen darüber zwei oder drei spätere Überarbeitungen.
Festigung
Lose Kreidegrundschichten und Ornamentteile werden mit Hausenblasenleim gefestigt, bevor irgendetwas gereinigt wird.
Ergänzung
Fehlende Ornamente werden abgeformt und in Kreidegrund nachgegossen — von Hand nachgeschnitten, bis die Kante stimmt.
Grundierung & Bolus
Bis zu zwölf Schichten Kreidegrund, geschliffen, danach Bolus. Diese Schicht bestimmt am Ende den Glanz.
Vergoldung & Retusche
Gold anlegen, polieren, und die neuen Stellen so retuschieren, dass sie in die Alterung des Originals eingehen.
Aussenvergoldung
Gold, das Wetter aushält.
Kirchturmkugeln, Zifferblätter und Kuppeln werden mit reinerem Gold und in anderer Technik vergoldet als Innenarbeiten — und halten dann Jahrzehnte.
Poliergold
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Reinheit
23,75 Karat
Fast reines Gold. Legierungen mit Silber oder Kupfer laufen im Freien innert Jahren an.
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Technik
Ölvergoldung
Auf Ölanlegemittel gelegt, seidenmatt, deutlich widerstandsfähiger als Polimentvergoldung.
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Haltbarkeit
30 – 60 Jahre
Bei fachgerechter Ausführung und geschützter Lage. An exponierten Türmen entsprechend weniger.
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Aufwand
Gerüst & Wetter
Aussenvergoldung braucht trockene, windstille Tage. Das ist der Grund, warum sie terminlich schwer planbar ist.
Fragen
Häufig gefragt.
Ein einfacher Rahmen ab etwa 480 Franken, ein reich ornamentierter Barockrahmen mit Ergänzungen und Poliergold schnell 3'000 bis 8'000. Der Unterschied liegt fast vollständig in der Vorbereitung, nicht im Gold.
Erstaunlicherweise ist das Material der kleinste Posten. Ein Gramm Gold deckt rund einen halben Quadratmeter — bei einem Rahmen macht das Gold selten mehr als fünf Prozent der Kosten aus.
Sehr vorsichtig und nur trocken mit einem weichen Pinsel. Feuchte Tücher und Reinigungsmittel zerstören die Oberfläche unwiederbringlich — im Zweifel besser gar nichts tun und uns fragen.
Regelmässig. Bei geschützten Objekten erstellen wir Befund und Konzept und stimmen jede Massnahme mit der kantonalen Fachstelle ab. Das ist Voraussetzung für Beiträge und für gute Arbeit.
Gerne. Vergoldete Flächen in zeitgenössischen Innenräumen, Schriften auf Glas oder Akzente an Möbeln — die Technik ist dieselbe, das Formenrepertoire ein anderes.
Kontakt
Bringen Sie es vorbei.
Bei Rahmen und kleineren Objekten genügt ein Besuch in der Werkstatt. Für Altäre, Kuppeln und Fassaden kommen wir zu Ihnen.
Unsere Werkstatt liegt in der Luzerner Altstadt. Wenn Sie mögen, zeigen wir Ihnen, wie ein Blatt Gold aufgelegt wird — es dauert zwei Minuten und man vergisst es nicht.
- WerkstattBruchstrasse 18, 6003 Luzern
- Telefon+41 41 000 00 00
- E-Mailwerkstatt@blattgold-vergolder.ch
- Dienstag – Freitag08.00 – 12.00 / 13.30 – 17.00
- Samstagnach Vereinbarung
- AussenarbeitenApril bis Oktober